
Neubau HilverdaFlorist
-
- Gärtner:
- HilverdaFlorist
-
- Ort:
- De Kwakel, die Niederlande
-
- Kultur:
- Topfpflanzen
-
- Herausforderung:
- Präzise Licht- und Feuchtigkeitsregelung
-
- Lösung:
- PARperfect, Luxous, Obscura und Harmony
'Fantastische Grafiken, klare Einstrahlungslinien'
september 2022
Legen Sie mal los, 11 Abteilungen mit insgesamt 26 Klimaanlageninstallationen. Hochleistungssport, bestätigt Bart Bakker von Svensson. Der Berater ist stolz darauf, dass seine Schirmlösung jetzt bei HilverdaFlorist in Betrieb ist. Und die Ergebnisse sind durchweg gut. Die PARperfect-Lösung ermöglicht es dem Anbauleiter Jeroen Ammerlaan und seinen Kollegen, in jeder Abteilung die richtigen Pflanzenbedingungen zu schaffen. „Die Klimaschirme öffnen und schließen stufenlos auf Basis der gemessenen Innenstrahlung. Das macht es für uns einfacher und stabiler für die Pflanzen.“
Im Produktionsgewächshaus von HilverdaFlorist ist es selten ruhig. Große Mengen verschiedener Pflanzen müssen in manchmal nur fünf Wochen schnell drei Wachstumsphasen durchlaufen. „Es ist in der Tat sehr intensiv“, erzählt Ammerlaan. „Und somit eine enorme Herausforderung, jeden Teil des Prozesses vollständig unter Kontrolle zu haben. Beim Neubau wurde daher bewusst für mehrere Abteilungen entschieden, in denen wir das Klima separat steuern können. Aspekte wie Lichtniveau und Diffusität sind dabei wichtige Elemente für uns.“
Also Maßarbeit. Auch was die Einrichtung betrifft. In Absprache mit Svensson wurde für jede Abteilung eine passende Schirmlösung zusammengestellt. HilverdaFlorist entschied sich sieben Mal für die Kombination aus Harmony 2047 FR und Obscura 10070 FR WB+BW und vier Mal für die Kombination aus Harmony 2047 FR, Obscura 10070 FR WB+BW und Luxous 1147 FR. Ammerlaan: „Auf diese Weise können wir optimal auf die wechselnden Pflanzenbedürfnisse reagieren. Eine gute Verwurzelung erfordert zum Beispiel drei Schirme. Die Pflanzen brauchen dann noch wenig Licht und eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Das diffuse Klimaschirm ist hier daher standardmäßig geschlossen. Dadurch können wir in diesen Abteilungen mit Hilfe einer Nebelinstallation die Luftfeuchtigkeit auf bis zu 98 Prozent halten. Die übrigen zwei Schirme verwenden wir, um die gewünschte Strahlung auf Pflanzenebene zu realisieren. Während der Aufzucht genügen zwei Schirme, und das Aushärten erfolgt im neuen Cabrio-Gewächshaus. Dort öffnet sich das

Stufenlose Steuerung
Die Installation der Schirmsysteme wurde von Alsemgeest Scherminstallaties realisiert. Der Installateur übernahm dabei auch die Fassadenschirme. Insgesamt eine komplexe Aufgabe, wie Geschäftsführer Marco Geeratz berichtet.
„Wenn man bedenkt, dass selbst die kleinste Abteilung rund 12 mal 90 Meter misst, versteht man, warum ich sehr froh über die Fachkompetenz unserer Monteure bin.“
Auch die gewählte PARperfect‑Schirmlösung erforderte besondere Aufmerksamkeit – weniger aus technischer Sicht, sondern vor allem im Hinblick auf den Materialeinsatz. PARperfect ermöglicht eine stufenlose Steuerung der Schirmposition pro Abteilung, von 20 bis 100 Prozent. Die Schirme werden kontinuierlich an die Intensität der Sonneneinstrahlung angepasst.
„Das bedeutet, dass sich die Schirme etwas häufiger bewegen. Da sie öfter geöffnet und geschlossen werden, arbeiten wir bewusst mit hochwertigen Komponenten von Van der Valk Horti Systems.“
Für den Installateur erfreulich: Die benötigten Materialien waren während des Projekts ausreichend verfügbar, sodass Geeratz alle Vereinbarungen einhalten konnte.
„In dieser Hinsicht sind Svensson, HilverdaFlorist und wir seit vielen Jahren sehr gut aufeinander abgestimmt.“
Ab März konnte das Unternehmen somit von den hochentwickelten Schirmlösungen profitieren. Dank PARperfect wird das Lichtniveau direkt auf Pflanzenebene konstant gehalten – unabhängig von den äußeren Bedingungen. Genau das ist im Sinne des Betriebs, denn Lichtspitzen oder -abfälle können Stress verursachen und das Wachstum hemmen.
Bakker erläutert:
„Während der Keimung benötigt die Pflanze lediglich 100 µmol, anschließend steigt der Bedarf auf 250 und schließlich auf 400 µmol. Je präziser man diese Lichtmenge dosieren kann, desto besser sind die Ergebnisse.“
Diagramme im Klimacomputer zeigen, dass die Sollwerte äußerst genau erreicht werden. Die Einstrahlungslinie verläuft absolut geradlinig.
„Mit PARperfect lässt sich Licht bis auf die Nachkommastelle genau dosieren“, so der Berater weiter. „Präzisionsgartenbau. Zudem sorgt die Diffusität dafür, dass alle Schlagschatten der Gewächshauskonstruktion ausgeglichen werden. So entsteht sowohl ein homogenes Lichtbild als auch exakt die benötigte Lichtmenge.“
Ammerlaan ergänzt, dass die neuen Gewächshäuser mit diffusem Glas ausgestattet sind:
„Auch die Spalten zwischen den Schirmen verursachen dadurch keine Lichtstreifen oder Schattenbänder auf dem Bestand.“
Maximaler Ertrag
Das Streben nach dem maximal Machbaren passt vollständig zu den Ambitionen von HilverdaFlorist, sagt Ammerlaan.
„Es entspricht unserer Mission: Exzellenz in allem, was wir tun. Wir wollen die besten Sorten entwickeln und die besten Pflanzen liefern. Die Schirmanlagen sind dabei ein wichtiges und wirkungsvolles Instrument.“
Unabhängig vom Qualitätsschritt empfindet der Betrieb die Arbeit mit PARperfect als sehr angenehm. Das System ist weniger arbeitsintensiv als herkömmliche Lösungen.
„Man gibt lediglich die gewünschte Einstrahlung und den Regelbereich vor – den Rest übernimmt der Computer.“
Die größte Umstellung für die Mitarbeitenden war zunächst der neue Klimacomputer. Beim Neubau wurde auf ein anderes System umgestellt, nämlich Priva. Ammerlaan selbst hatte bereits umfangreiche Erfahrung damit, für HilverdaFlorist bedeutete dies jedoch eine Veränderung.
Nun, da alles einwandfrei funktioniert, blickt der Kulturleiter optimistisch darauf, die Möglichkeiten weiter zu verfeinern. Insbesondere mit Blick auf Energieeinsparungen soll ein noch intensiverer Einsatz der Schirme geprüft werden – gegebenenfalls in Kombination mit mehr oder weniger (LED‑)Beleuchtung.
Bakker steht dabei gerne unterstützend zur Seite, denn das Projekt bei HilverdaFlorist zählt für ihn zu den gelungensten, an denen er beteiligt war. Bereits in der Entwurfsphase des neuen Gewächshauskomplexes war er eng eingebunden.
Dass Svensson frühzeitig in das Bauprojekt integriert wurde, erwies sich als kluge Entscheidung. Auf Grundlage ihrer Beratung wurde letztlich sogar die Bauplanung angepasst.
„Das hing direkt mit unserem Harmony‑Schirm zusammen. Diese Lösung erwies sich als ideal für die gewünschte Diffusität und damit für eine gleichmäßige Aufzucht junger Pflanzen. Da die Kultur auf Tischen erfolgen sollte, ließen wir in unserer Produktionsstätte in Schweden zunächst den optimalen Abstand zwischen Kultur und Schirm berechnen. Die Simulationen zeigten, dass ein um 0,5 Meter höheres Gewächshaus das Sonnenlicht noch besser streuen würde. Der Gewinn war so erheblich, dass die Empfehlung übernommen wurde.“
Gemeinsam auf maximalen Ertrag und optimale Ergebnisse ausgerichtet.
Neubau HilverdaFlorist
HilverdaFlorist konzentriert sich auf Züchtung, Vermehrung, Verkauf und Weiterentwicklung eines breiten Sortiments an Schnittblumen, Topf‑ und Gartenpflanzen wie Gerbera, Alstroemeria, Dianthus, Limonium, Echinacea, Salvia, Helleborus, Gypsophila und Scabiosa.
In diesem Frühjahr nahm das Unternehmen einen neuen Gewächshauskomplex an der Achterweg in De Kwakel in Betrieb. Dieser umfasst 2,2 Hektar Gewächshausfläche mit einer Pfostenhöhe von 6,3 Metern sowie 0,7 Hektar Betriebsgebäude. Hier findet künftig die Jungpflanzenproduktion statt.
Gewählt wurde ein Venlo‑Typ‑Gewächshaus. Für ein besseres Abhärten der Jungpflanzen wurde zusätzlich ein Cabrio‑Gewächshaus errichtet. Die Gewächshäuser sind vollständig nach dem Konzept Het Nieuwe Telen ausgelegt, mit hoch diffusem Glas ausgestattet und mit der PARperfect‑Schirmlösung versehen. Der Standort an der Mijnsherenweg wird künftig ausschließlich für Züchtung und Selektion genutzt.
Artikel veröffentlicht im Kas Magazine 03 – 2022
