Im Jahr 2008 errichteten Hagdorns die ersten vier Hektar unter Glas, 2016 folgten dann die nächsten beiden für die Tomatenwinterkultur - und 2025 hat ja gerade erst begonnen …
Und so kann Hagdorn seine Tomaten dann auch mit Fug und Recht unter „Unsere Heimat – echt & gut“ in den Handel bringen: Ehefrau Karin, die im Betrieb dafür sorgt, dass die Zahlen stimmen, alle ein Zuhause und regelmäßig Geld auf dem Konto haben, kennt er aus seiner Schulzeit, seine Betriebsleiterin ist die Schwester einer Kindergartenfreundin. Auch die Wärmepumpe wurde nicht irgendwo fernab ertüftelt und zusammengeschraubt, sondern stammt aus dem Nachbardorf. Viele der türkisch-stämmigen Frauen, die jetzt für ihn im Gewächshaus arbeiten, waren schon für seinen Vater im Freiland tätig, mit den Kindern dieser Frauen ging er wiederum selbst zur Schule. Auch die eigenen fünf Kinder sind mit Sportverein, Instrument und Feuerwehr in der Gegend fest verwurzelt.
Wahrscheinlich geht es im Realteilungsgebiet zwischen Heilbronn und Tuttlingen auch nicht ohne ein gewisses lokales Standing, um für Projekte wie etwa den Bau eines 4 ha großen Gewächshauses samt Bewässerungsteich, Büro, Sozialräumen, Sortier- und Verpackungshalle eine genügend große Fläche am Stück zusammen zu bekommen. 2007 war es so weit, 2009 konnte Hagdorn die ersten Tomaten pflanzen. Fast von Anfang an begleitet Kulturberater John Hendrix das Wohl und Wehe der Tomaten in Hochdorf an der Enz. 5,7 m Stehwandhöhe, Blankglas und ein Doppelschirm mit Svenssontüchern sowie passend dimensionierte Blockheizkraftwerke waren seinerzeit Stand der Technik.
Gemeinsam mit Hendrix wurde dann als erstes die Klimaführung optimiert. So wurden beispielsweise die Querventilatoren unter den Rinnen durch ClimaFlow Ventilatoren über der Kultur ersetzt. Das Ergebnis war nicht nur ein deutlich gleichmäßigeres Klima im Gewächshaus, Hagdorn konnte auch feststellen, dass seine Pflanzen durch die wieder nach unten gedrückte Wärme weniger vegetativ wurden und insgesamt offener blieben, wodurch wiederum mehr Licht in die Kulturen gelangen konnte. Durch die Luftbewegung gab es auch kaum mehr Kondensation an den Stengeln, wodurch Botrytis so gut wie kein Thema mehr ist und obendrauf Energieeinsparung als zusätzlichen Bonus.