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Kwekerij Wouters: stark in Saisonpflanzen

Wer bei Kwekerij Wouters eintritt, sieht sofort den Maßstab und die Dynamik des Unternehmens. Drei Standorte, zusammen gut für etwa 47 Hektar, ein breites Sortiment an Saisonpflanzen und eine Organisation, die ständig in Bewegung ist. „Unser Gewächshaus steht nie lange still“, sagt Coen Wouters. „Jede Saison erfordert andere Pflanzen, andere Steuerung und andere Entscheidungen. Gerade das macht diesen Beruf so interessant.“

Seit dem Führungswechsel im Jahr 2022 stehen Coen zusammen mit seinem Bruder Frido und Onkel René an der Spitze des Familienunternehmens. Die Rollen sind klar verteilt: Frido konzentriert sich auf Energie und Technik, René auf Finanzen, HR und Verkauf, Coen auf das, wo es im Gewächshaus beginnt: den Anbau. „Ich bin am liebsten so nah wie möglich an der Pflanze.“


Drei Standorte, eine Strategie

Der Hauptstandort in Ens ist das Herz des Unternehmens. Hier hat alles angefangen und hier findet heute die Aufzucht von Samen und Stecklingen statt. Auch ein Teil des Endproduktes wird hier aufgezogen. Der zweite Standort, ebenfalls in Ens, ist mittlerweile zum größten Standort herangewachsen. "Dieses Gewächshaus ist wirklich auf Maßstab ausgelegt. Hier verarbeiten wir effizient große Bestellungen", erklärt Coen.

Der dritte Standort in IJsselmuiden vervollständigt das Ganze. Zusammen sorgen die drei Standorte für Flexibilität, Kontinuität und Raum zum Wachsen. Und dieses Wachstum ist noch nicht abgeschlossen: Der Neubau, gut für etwa fünf Hektar, wird Anfang Januar fertiggestellt. „Dann sind wir bei etwa 50 Hektar. Das gibt uns noch mehr Schlagkraft.“

Eigene Produktlinien als klares Differenzierungsmerkmal


Ein wesentliches Merkmal der Gärtnerei Wouters ist die Arbeit mit eigenen Produktlinien, wie zum Beispiel den Festival Colours. „Das ist eine ganz bewusste Entscheidung“, sagt Coen. „Mit einer eigenen Linie können wir Zusammensetzung, Qualität und Ausstrahlung viel gezielter steuern. Wir stellen die Sortimente so zusammen, dass sie für den Endverbraucher stimmig sind und gut zueinander passen.“

„Wir sind nicht von einem einzigen Lieferanten abhängig. Pro Pflanzenart und Produkt entscheiden wir uns jeweils für das, was am besten passt. Das macht uns flexibel und zugleich unverwechselbar.“ Den Festival Colours wurde zudem besondere Aufmerksamkeit gewidmet: Langzeitdünger sorgen dafür, dass der Verbraucher länger Freude an dem Produkt hat. „Das mag auf den ersten Blick wie ein Detail erscheinen, aber genau solche Entscheidungen machen den Unterschied.“

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"Als Unternehmen muss man Verantwortung übernehmen. Nicht alles kann auf einmal geschehen, aber man kann sich kontinuierlich verbessern."

– Coen Wouters

Kwekerij Wouters

Präzision in der Anzucht

Im Gewächshaus dreht sich alles um Kontrolle und Präzision. Besonders in der Anzuchtphase wird nichts dem Zufall überlassen. “Dort beginnt die Qualität des Endprodukts”, betont Coen. “Deshalb investieren wir viel in unseren Maschinenpark und in die Einrichtung der Anzuchtabteilungen.”

Entfeuchtung, Beleuchtung, Fußbodenheizung, Ventilatoren und moderne Nebel- und Sprühsysteme sorgen dafür, dass die jungen Pflanzen genau das bekommen, was sie brauchen. Säen und Umtopfen erfolgen größtenteils maschinell, obwohl Flexibilität wichtig bleibt. “Wir arbeiten mit vielen verschiedenen Topfgrößen. Das erfordert Maschinen, die schnell umgebaut werden können. Effizienz ist wichtig, aber Wendigkeit ebenso.”

Intelligente Nutzung von Abschirmungen für Qualität und Energie

Abhängig von der Lage wurde für einzelne oder doppelte Abschirmungsinstallationen entschieden. Im Neubau ist standardmäßig eine doppelte Abschirmung angebracht. “Für bestimmte Kulturen, wie Weihnachtssterne, ist die Regulierung der Tageslänge essenziell”, erklärt Coen. “Mit einem Verdunkelungstuch können wir die Blüte exakt steuern.”

Energie: flexibel und zukunftsorientiert

Im Energiebereich setzt die Gärtnerei Wouters bewusst auf Flexibilität. Das Unternehmen nutzt Holzfeuerungen, BHKW, Solarmodule und (bei Bedarf) Gas. “Gas ist bei uns wirklich ein Sicherheitsnetz”, sagt Coen. “Wir setzen so viel wie möglich auf Alternativen.” Außerdem reagiert das Unternehmen auf Netzengpässe, indem es zu Spitzenzeiten Strom abnimmt und in Wärme umwandelt. “So unterstützt man das Netz und sich selbst.” Mit etwa 1.100 Solarmodulen erzeugt das Unternehmen im Sommer zudem einen großen Teil des benötigten Stroms selbst.

Nachhaltig anbauen – Schritt für Schritt

Auch der biologische und umweltfreundliche Pflanzenschutz erhält zunehmend Aufmerksamkeit. Beim Weihnachtsstern werden Schlupfwespen zur Bekämpfung der Weißen Fliege eingesetzt, zudem laufen verschiedene Versuche mit biologischen Präparaten gegen Thripse und Pilzkrankheiten. Darüber hinaus beschäftigt sich der Betrieb intensiv mit nachhaltigeren Substraten und einer sorgfältigen Abfalltrennung.

Menschen machen den Unterschied

Mit Kulturspezialisten, technischen Monteuren, Fahrern, Verkäufern und Teamleitern ist die Gärtnerei Wouters ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Hinzu kommt der Cash and Carry, der vor allem im Frühjahr von Floristen und Gartencentern stark frequentiert wird. „Diesen direkten, lokalen Kontakt schätzen wir sehr“, sagt Coen. „Man sieht unmittelbar, wofür man es macht.“

Erfolgreicher Saisonwechsel

Rückblickend kann die Gärtnerei Wouters auf eine erfolgreiche Weihnachtssternsaison zurückblicken. „Diese Kultur ist inzwischen abgeschlossen“, berichtet Coen. „Die Gewächshäuser wurden geleert und anschließend direkt wieder neu belegt.“ Aktuell stehen die Gewächshäuser voll mit Stiefmütterchen für das Frühjahr sowie mit anderen Frühjahrsjungpflanzen in der Anzucht. „Diese schnelle Umstellung ist typisch für unseren Betrieb“, sagt Coen. „Wir arbeiten mit klaren saisonalen Spitzen und sorgen dafür, dass jede Abteilung optimal für die nächste Kultur vorbereitet ist.“