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- Gewächshaus:
- Voskamp
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- Standort:
- Europa
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- Anbau:
- Tomaten
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- Herausforderung:
- Energie sparen
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- Lösung:
- Luxous 1147 FR
Kein anderer Name über der Tür als nur Voskamp.
Gebr. L & J Voskamp ist ein starkes Familienunternehmen. Opa Jan begann einst mit einem Mischbetrieb, inzwischen liefert das Unternehmen lose Tomaten in fast ganz Europa. Die dritte Generation steht am Ruder. Wohin wird der Kurs gehen?
Schneller innovieren
Leen Voskamp steht in der Türöffnung und blickt stolz in „die Scheune“. Mit seinen 77 Jahren arbeitet er seit fast sechzig Jahren im Familienbetrieb, den er zusammen mit seinem Bruder Sjaak von Vater Jan übernahm. „Früher war es ein Mischbetrieb. Wir haben sogar Melonen angebaut. In den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts sind wir auf den ausschließlichen Anbau von Tomaten umgestiegen.“
Zusammen mit seinem Sohn John steht Leen auf einer Balustrade und sieht unter sich, wie vielleicht die modernste Tomatensortiermaschine der Welt ruhig läuft. Drumherum laufen ein paar Mitarbeiter. Diese schauen, ob die Tomaten gut in die Kartonschachteln fallen: Es ist die Ruhe vor dem Sturm. „Wenn bald die Saison beginnt, sind bis zu hundert Pflücker beschäftigt, und die Sortieranlage von Maf Roda läuft rund um die Uhr. Die Laderampe ist dann voll mit Lastwagen“, erzählt John. In der Ferne fährt einer der Dutzenden automatischen Wagen, die aus den Gewächshäusern kommen. Pflücker legen die Tomaten in diese Aluminiumwägelchen, die dann automatisch zur Sortiermaschine fahren. Leen: „Die einzigen, die noch die Tomaten berühren, sind die Pflücker. Letztes Jahr wurde diese Maschine komplett modernisiert.“ Diese weitreichende Form der Mechanisierung ist notwendig. Unter der Leitung der Brüder Leen und Sjaak wurde in ein paar Jahrzehnten ein Komplex von 32 ha aus dem Boden gestampft, aus dem jährlich etwa 20 Millionen kg lose Tomaten im unbeleuchteten Anbau gewonnen werden.
Größe nötig für gutes Ergebnis
Der gesamte Gartenbaubetrieb ist darauf ausgelegt, effizient zu arbeiten, konzentriert sich ausschließlich auf lose Tomaten und folgt nicht Trends wie Snacktomaten. Vor allem kein Schnickschnack, von äußerem Anschein halten die Voskampens nichts. Warum eine Website? Über ihr Handelsunternehmen Voskamp Trading gehen die Millionen Kilos hauptsächlich an Abnehmer im Ausland. In einem schlichten Büro erzählen Vater und Sohn, wie sie in die Zukunft blicken, auch wenn sie wenig darüber preisgeben wollen. Mehrmals sagt Leen, dass es nie ein Programm hinter dem Wachstum gab.
“Es kam einfach auf uns zu und du hast es gemacht. Ich sprach einmal mit den Nachbarn und kaufte schließlich ihr Land. So kam ich in den Besitz von Grundstücken, die früher dem Waisenhaus gehört hatten”, seine Augen funkeln schelmisch in seinem Kopf. Ein Päckchen Zigaretten hält er fest in der Hand. Aus ihrem Plädoyer wird klar, dass Größe notwendig ist, um Geld zu verdienen und dieses dann wieder ins Unternehmen zu reinvestieren. Leen: “Die Margen sind klein. Die Vervielfältigung macht letztendlich die Summe. Viele kleine Stückchen ergeben auch einen Berg.”
Bezüglich der Verwendung von Schirmen im Tomatenanbau waren die Gebr. Voskamp echte Vorreiter. Bereits in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde bei ihnen ein Schirm im Gewächshaus installiert. Ein Schirm hatte damals bei Tomaten Gärtnern ein ausgesprochen negatives Image, aber Sjaak und Leen sahen schon damals Potenzial darin. Mittlerweile nutzen, dem Beispiel der Gebr. Voskamp folgend, Tomaten- und auch andere Glasgemüse Gärtner in den Niederlanden und darüber hinaus umfassend Energieschirme.
Bei Gebr. L & J Voskamp ist der bewegliche Energieschirm inzwischen nicht mehr wegzudenken. Alle 32 ha Gewächshäuser sind daher mit dem hochtransparenten Luxous 1147 FR Energieschirm ausgestattet. “Selbst wenn Gas nichts mehr kosten würde, der Schirm bliebe trotzdem, denn er ist essenziell für ein gutes Gewächshausklima”, ist eine geflügelte Bemerkung bei Voskamp.
Das Familienunternehmen muss weitergeführt werden
Durch den Tod seines Onkels Sjaak im Jahr 2020 kam John in das Familienunternehmen, in dem auch die beiden Söhne von Sjaak arbeiten. Der gesamte feste Personalbestand ist nicht viel größer, da der Rotterdamer Leiharbeitsanbieter Ron van Loenen, Eigentümer von Axidus, bereits seit mehr als 20 Jahren Arbeitnehmer zur Verfügung stellt. Neben der Zeitarbeit übernimmt Axidus auch die gesamte Personalorganisation von Voskamp. Nach einem nicht abgeschlossenen Gymnasium arbeitete John bei Peter Dekker Installaties (PDI), um später als Freiberufler den Bau von Gewächshäusern im In- und Ausland zu begleiten.
„Bei einer Reihe von Erweiterungs- und Erneuerungsprojekten von Voskamp war ich als Bauleiter beteiligt, die Vergrößerung begann ab 2003 richtig Fahrt aufzunehmen.“ John schaut zu seinem Vater und fährt fort: „Warum ich letztendlich doch in das Familienunternehmen eingestiegen bin? Ich hätte es seltsam gefunden, wenn hier über der Tür ein anderer Name gestanden hätte. Ich wollte schon immer ein eigenes Unternehmen haben. Es ist ziemlich bemerkenswert, was mein Vater und Onkel Sjaak geleistet haben, das möchte ich jetzt gerne fortsetzen. Es steht ein wunderschönes Unternehmen. Was ich aus meinen früheren Tätigkeiten gelernt habe, ist, in Lösungen zu denken und nicht in Problemen. Wohin es geht? Ein gewisses Wachstum ist notwendig, aber es gibt so viele Faktoren, von denen alles abhängt, dass ich noch nicht weiß, wie es sich entwickeln wird. Ach, mit der vierten Generation sind wir noch lange nicht beschäftigt. Unsere Kinder sind noch viel zu jung.“
