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Sukkulenten vom Niederrhein

Echeverien sind als unterhaltsarme Zimmerpflanzen kaum zu schlagen, waren sie doch ursprünglich in den felsigen Trockengebieten Mittelamerikas beheimatet und können dementsprechend auch problemlos einmal einen Urlaub ohne eingeschalteten Gießdienst ab. Dazu haben sie es gerne hell und warm - was im heimischen Wohnzimmer kein Problem ist, führt beim Gärtner dann allerdings gerade in der dunklen Jahreszeit zu deutlich erhöhtem Energieverbrauch. Noch dazu, wo es vom Stecken bis zum Verkauf rund eineinhalb Jahre dauert und deshalb, egal wie man es auch anstellt, in unseren Breiten automatisch immer mindestens einmal Winter dabei ist.

Deshalb sind Sukkulenten im Allgemeinen und Echeverien im Besonderen dann auch keine Kultur, die jeder Gärtner mal so nebenher macht. Wie überhaupt der Anbau von Heizkulturen stark abgenommen hat: Andreas Hasselberg schätzt, dass für das Abzählen der entsprechenden Betriebe am Niederrhein mittlerweile zwei Hände reichen, was seinem Gartenbaubetrieb gleichen Namens automatisch ein zusätzliches Alleinstellungsmerkmal beschert. Und so braucht er vor allem zwei Dinge, um seine Hauptkultur verkaufsfertig zu bekommen: ausreichend Licht und Temperatur.

Und schon landet man mitten in der Diskussion darüber, welches Schirmtuch nun das Beste ist. Für ein ausgewogenes Urteil liefert Hasselberg dann auch jede Menge Anschauungsmaterial: So war es genau sein Betreib, in dem im Jahr 2012 der erste Doppelschirm überhaupt eingebaut wurde. Es war dann auch genau in diesem Gewächshaus, in dem die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen seinerzeit die entsprechenden Messungen durchführte, die dann wiederum den Siegeszug des Doppeltuchs in Breitschiffhäusern älteren Baujahrs einläuteten.

Direkt nebenan wurde wenige Jahre zuvor beim Austausch des Schirmgewebes noch ein Schattierungsschirm mit Aluminiumstreifen installiert. Hasselberg zufolge war die Diskussion seinerzeit einfach noch nicht so weit - und überhaupt spräche ja auch eigentlich nichts gegen Aluminiumschirme in Vermehrungsgewächshäusern, wenn, ja wenn nicht im direkten Vergleich die Lichtverteilung und die isolierende Wirkung des Doppeltuchs einfach deutlich besser wären. Und auch wenn Schreckgeschichten von klemmenden Ritzeln und geborstenen Scheiben kursieren, hat er an der Schubstangenanlage, die für das Öffnen und Schließen seiner Schirme sorgt, nichts auszusetzen.

Neben Echevaria in verschiedenen Sorten werden in Goch-Nierswalde auch Euonymus als Bodendecker, Hypericum als Zierstrauch und Korallenfuchsien angebaut. Eigene Züchtungen und Selektionen sind das i-Tüpfelchen im Sortiment. Vermarktet wird über so gut wie alle Kanäle, was auch dem Status als Erzeuger von Nischenprodukten geschuldet ist: Andreas Hasselbergs Philosophie unterscheidet sich dabei nicht stark von der seines Vaters: Beim Anblick der vielen LKWs, die in und um Aalsmeer unterwegs sind, gewann Franz Josef Hasselberg bereits in jungen Jahren die Erkenntnis, dass es geht gar nicht unbedingt darum gehen müsse, LKWs vollzubekommen, vielmehr könnte es auch reichen, wenn in jeden LKW ein, zwei, drei Paletten der eigenen Ware geladen werden.

Und so wird auch heute noch satzweise in relativ überschaubaren Stückzahlen produziert, wobei die Kulturplanung so aufeinander abgestimmt ist, dass das innerbetriebliche Gartenjahr möglichst harmonisch verläuft. Es werden auch keine Stecklinge oder Jungpflanzen zugekauft, was zu einer gewissen Unverwechselbarkeit geführt hat. Und auch wenn Hasselberg selbst sagt, dass für ihn nicht Effizienz sondern Innovation allerhöchste Priorität hat, so hinterlässt die Vielzahl von Kulturen gepaart mit der eigenen Jungpflanzenproduktion doch den Eindruck, dass das eine nicht ohne das andere geht.

Vielleicht ist die gedankliche Kontinuität von Vater zu Sohn dann auch eigentlich neben dem Anbau von Sukkulenten in einer eher wüstenfernen Region eine der Besonderheiten, die den Gartenbaubetrieb von Andreas Hasselberg noch zusätzlich besonders macht: In wie vielen Fällen ist doch die Betriebsnachfolge alles andere als gesichert?

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