Gardinen – ein schöner und effektiver Schallabsorber

Als Kind haben wahrscheinlich viele von uns den kleinen, harten, schnellen Prallball hart geworfen und dann gesehen wie er hin- und zurück geprallt ist, rauf und runter zwischen Wand und Decke.

Vielleicht ist Ihnen auch der perfekte Treffer beim Squash-Spiel gelungen, wenn Ihr Gegenspieler nur feststellen konnte, dass Ihnen der Punkt gehörte. Dann freut man sich, dass der Ball nicht am harten Material zur Ruhe gekommen ist. Aber wenn der Nachhall eines prallenden Geräusches wie ein störendes Brausen im Büro, Hörsaal oder Klassenzimmer hängen bleibt, ist das nicht so lustig. Genauso wie die Bewegung des Balles beim Aufprall auf weiche Gegenstände langsamer wird, reagiert das Geräusch beim Kontakt mit absorbierenden Materialien. Es hört auf, im Raum zu reflektieren. Der Nachhall klingt ab und verschwindet. Man reduziert den Nachhall im Raum. So funktioniert vereinfacht ausgedrückt Geräuschabsorption. Beim Kontakt mit einem Material wird ein Teil des Geräusches absorbiert und ein Teil wird weiterreflektiert. Deshalb sollte man Materialien benutzen, die Geräusche gut absorbieren.

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Gardine mit vielen Funktionen
Textiles Material ist ein vortreffliches Material um Geräusche zu absorbieren, vor allem Gardinen, die für geräuschabsorbierende Zwecke entwickelt und gewebt wurden. Verglichen mit anderen geräuschabsorbierenden Materialien sind sie kosteneffektiv, haben eine lichtregulierende Funktion und sind ein schönes Einrichtungsteil. Auβerdem sind sie leicht anzubringen. Geräusch und unerwünschtes Licht verschwinden. Das Schöne verbleibt.
Geräuschabsorbierende Gardinen funktionieren am besten in Umgebungen mit hohen Frequenzen. In Groβraumbüros kann es sich um störende Gespräche, Ventilatorlärm oder ähnliches drehen. Mit geräuschabsorbierenden Gardinen wird der Nachhall reduziert, was bedeutet, dass das Gehirn keine störenden Geräusche ohne Informationswert  bearbeiten muss. Auf diese Weise haben wir eine bessere Kapazität um uns zu erinnern, Probleme zu lösen und wertvolle Information zu bearbeiten.

• Die Gardinen funktionieren am besten, wenn sie mindestens 10 cm von der Wand entfernt aufgehängt werden.
• Raumgeräusche prallen zwischen gegenüberliegenden Oberflächen: Wand gegen Wand, Decke gegen Boden. Zur Unterbrechung des Geräuschfeldes ist es ausreichend, an einer Oberfläche eine geräuschabsorbierende Gardine anzubringen. Deshalb wird empfohlen, sich auf die Wände zu konzentrieren, die einen Winkel bilden.
• Je mehr Falten die Gardine hat, desto besser absorbiert sie Geräusche.
• Denken Sie nicht nur an Fenster. Ein schöner Stoff kann auch eine langweilige Gipswand mit schlechter Geräuschabsorption verstecken.

Wie weiβ man, ob ein Raum einen kurzen oder langen Nachhall hat?
Benutzen Sie Händeklatschen anstatt Gummiball. Klatschen Sie einmal ganz hart und hören Sie dann zu, wie das Geräusch abklingt. In einer guten akustischen Umgebung klingt das Klatschen sofort ab. Es bleibt nicht im Raum hängen.

Geräuschabsorptionsfaktor und Absorptionsklassen
Um zu erfahren, wie verschiedene Materialien Geräusche absorbieren, misst man die Nachhallzeit in einem Geräuschverzögerungsraum und berechnet danach den Geräuschabsorptionsfaktor des Materials, d.h. wie gut das Material die Geräusche absorbiert. Die Absorptionsklassen sind A bis E, wobei A am besten und E am schlechtesten ist. Die Klasse des Materials hängt von dessen Geräuschabsorptionsfaktor in verschiedenen Frequenzen ab. Der Faktor wird in einer steigenden Skala von 0,0 bis 1,0 angegeben, wobei 0,0 bedeutet, dass alle Geräusche vom Material reflektiert werden, und 1,0 bedeutet, dass alle Geräusche absorbiert werden.
Einige Beispiele für den Geräuschabsorptionsfaktor

• Beton- und Gipswände: 0,03 (3%)
• Glas: 0,05 (5%)
• Teppich: 0,15-0,25 (15-25%)
• Gardine: 0,10-0,15 (10-15%)
• Absorptionsgardine: 0,35-0,70 (35-70%)
• Geräuschdämpfer: 0,75-0,85 (75%-85%)
Die Absorptionsfähigkeit textiler Materialien wird in Geräuschverzögerungsräumen gemessen, die hohe Qualitätsstandards erfüllen (SS-EN ISO 354:2003). Das Ergebnis zeigt die Reflektions- und Absorptionsfähigkeiten verschiedener Textilien.

Klassifizierung von Dämpfern laut SS-EN ISO 111654
Praktischer Geräuschabsorptionsfaktor
Frequenz (Hz)

Kleines Wörterbuch über gewöhnliche Fachausdrücke
Geräusche sind Druckveränderungen in der Luft. Charakteristisch für Geräusche ist die Geräuschstärke in Form eines Geräuschdruckes (Pascal) und die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde, die Frequenz des Geräusches (Hertz). Die Geräuschstärke wird in Dezibel, dB, angegeben. Dezibel (dB) ist ein Maβ für die Geräuschstärke. Die Dezibelskala ist eine steigende Skala, bei der das schwächste Geräusch, das ein Mensch mit normalem Gehör wahrnehmen kann, 0 dB ist. Die Schmerzgrenze für das menschliche Ohr liegt bei ca. 130 dB.

Fast lautlose Stille – 0 dB
Flüstern – 15 dB
Gespräch – 60 dB
Rasenmäher – 90 dB
Autohupe – 110 dB
Rockkonzert oder Flugzeugmotor – 120 dB
Pistolenschuss – 140 dB

Mit Hertz (Hz) wird die Geräuschfrequenz ausgedrückt, wobei 1 Hz 1 Schwingung pro Sekunde ist. Eine niedrige Frequenz (wenige Schwingungen pro Minute) ergibt einen niedrigen Basston. Eine hohe Frequenz ergibt ein hohes, schrilles Geräusch, wie das Geräusch einer Pfeife. Hörbare Geräusche haben Frequenzen innerhalb der Grenze der Hörbarkeit, was für einen normalen Menschen 20-20.000 Hertz bedeutet.
Pascal (Pa) ist eine Messeinheit zur Messung des Schalldrucks und gibt zusammen mit Hertz die Stärke eines Geräusches an.

Zusammenfassung von Gardinen zur Geräuschabsorption
• Kosteneffektive und schöne Einrichtungsteile mit lichtregulierender Funktion
• Einfach anzubringen und erfordern keinen teuren Einbau
• Funktionieren am besten in hohen Frequenzbereichen wie bei störenden Gesprächen, Ventilatorlärm u.ä.
 

 

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