Veröffentlicht 28.02.2018

Uns ehrlich halten

GrowerTalks, November 2017: Neue standardisierte Testmethoden ermöglichen es Züchtern, akkuratere Klimaschirmvergleiche anzustellen und die Gewächshausleistung besser zu berechnen.

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In der heutigen Zeit entwickelt sich die Art und Weise, wie wir Informationen gewinnen, ständig weiter und wir werden unaufhörlich mit neuen und häufig abweichenden Informationen von Quellen wie Internet, sozialen Medien, Zeitungen und Fernsehen überwältigt. Das Navigieren zwischen Fakten und Fiktionen, um zuverlässige Informationen zu gewinnen, ist inzwischen herausfordernder als je zuvor geworden und die Verbreitung von Fehlinformationen wird damit in zunehmendem Maße zu einer Bedrohung, die unsere Überzeugungen und Entscheidungen beeinflusst.


Die Gartenbaubranche ist im Laufe der Jahre immer konkurrierender geworden und von Gewächshauszüchtern und ihren Teams wird nicht nur verlangt, dass sie ein effizientes Unternehmen betreiben und tagtäglich intelligente Entscheidungen treffen, sondern sie stehen auch vor der Herausforderung, sich mit den aktuellsten neuen Technologien am Markt zu beschäftigen und diese zu verstehen.


Wageningen University & Research (WUR), eine der renommiertesten Landbauuniversitäten der Welt, versteht, wie herausfordernd und überwältigend dies sein kann und hat Partnerschaften mit den bekannten traditionellen Gartenbauschirmproduzenten Ludvig Svensson, Bona Agro und Novaert geschlossen, um eine standardisierte Methode zur Messung der Lichtdurchlässigkeitseigenschaften von Gartenbauschirmen zu entwickeln. Das neue Messprotokoll wurde konzipiert, um es für Schirmbenutzer und Züchter einfacher zu machen, Vergleiche zwischen den unterschiedlichen Schirmoptionen anzustellen und vereinfacht damit den Schirmauswahlprozess.


Die Entwicklung einer standardisierten Messmethode für die Lichtdurchlässigkeit bietet Züchtern zum ersten Mal eine Grundlage um adäquate Vergleiche zwischen den unterschiedlichen Schirmoptionen anzustellen und Entscheidungen auf Basis der Ergebnisse eines unabhängigen Dritten zu treffen. Vor dieser standardisierten Methode der Universität Wageningen wurden alle verfügbaren Daten einfach von den Schirmproduzenten zur Verfügung gestellt.

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Schematische Übersicht des Messgeräts, das durch Wageningen University & Research für das standardisierte Lichtdurchlässigkeitstestverfahren für Schatten- und Energieschirme eingesetzt wird.


Wie das Protokoll entwickelt wurde

Der anfängliche Fokus auf die Lichtdurchlässigkeit basiert auf dem Prinzip, dass Licht die Energiequelle für den Pflanzenwuchs ist und eine wirtschaftliche Produktion von der täglichen Summe auf Pflanzenebene abhängig ist. Klimaschirme für den Gartenbau gibt es in einer Vielzahl von unterschiedlichen Arten und die Schirme werden eingesetzt, um die Lichtintensität zu kontrollieren oder die erzeugte Wärme im Gewächshaus zu halten und spielen somit eine wichtige Rolle dabei, dass das Licht die Pflanze erreicht.


Das Messprotokoll von WUR wurde unter Anwendung einer Lichtquelle, eines Objektivs, einer Ulbrichtschen Kugel und einem Detektor aufgestellt. Um natürliche Bedingungen zu simulieren, die möglichst realitätsnah sind, wurden verschiedene Lichtwege und -Winkel im Test aufgenommen.


Es gibt zwei wichtige Systeme der Lichtdurchlässigkeitsmessung: ein Einstrahl- und ein Zweistrahlsystem. Ein Einstrahlsystem misst die relative Lichtintensität bevor und nachdem eine (Schirm-)Probe eingesetzt wurde. Wird das Zweistrahlsystem angewendet, wird die Lichtdurchlässigkeit ermittelt, indem man die Lichtintensität zwischen zwei Lichtwegen vergleicht, wobei ein Lichtweg einen offenen Port und der zweite Lichtweg durch die (Schirm-)Probe verläuft.
Die Anwendung beider Methoden, in Kombination mit einer Reihe von komplexen mathematischen Formeln, führt zu äußerst akkuraten Lichtdurchlässigkeitswerten.


Die Lichtdurchlässigkeitswerte und vollständigen Ergebnisse sind inzwischen über die Universität Wageningen und die Schirmproduzenten, die an den Tests teilgenommen haben, allgemein verfügbar. Die Idee, um die Methoden, mit denen spezifische Eigenschaften für unterschiedliche Materialien gemessen werden, zu standardisieren, ist die Zukunft und sollte von der gesamten Gewächshausbranche begrüßt werden. Die Verantwortlichkeit der Branchenlieferanten in Bezug auf die von ihnen gelieferten Daten kann als wichtiger Schritt gesehen werden, unsere Branche Tag für Tag weiter zu professionalisieren.

 

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