Veröffentlicht 11.05.2015

Niederländische Lieferanten bei afrikanischem Demonstrationsprojekt

Im Sommer 2014 wurde bei zwei Rosenanbaubetrieben in Naivasha das Demonstrationsprojekt „Klimamanagement in ostafrikanischen Gewächshäusern“ in die Praxis umgesetzt. Mit diesem Projekt wollen führende niederländische Lieferanten, darunter Ludvig Svensson, Hoogendoorn und Bosman Van Zaal, vorführen, dass die Optimierung des Gewächshausklimas zu höheren Ernten mit besserer Qualität bei gleichzeitig geringerer Verwendung von Pestiziden und Wasser führt. Jane Ngige, CEO des Kenyan Flower Council, nahm an der offiziellen Eröffnung am 20. Januar teil.

Hortfresh-May-june2015-650x396Da nun in Kenia Gewächshäuser mehr und mehr zum Schutz der Pflanzen vor negativen äußeren Einflüssen eingesetzt werden, ist es an der Zeit, die inneren Wachstumsbedingungen zu optimieren. Im Juli 2014 organisierte das Dutch Green Farming Konsortium das Projekt „Klimamanagement in ostafrikanischen Gewächshäusern“, um die Vorteile des Schirmens vorzuführen. Das Projekt soll den ostafrikanischen Gartenbausektor davon überzeugen, dass bewegliche Schirmsysteme eine erschwingliche und umweltfreundliche Lösung sind, um Klimaextreme aufzufangen und gleichzeitig die Produktion zu erhöhen.

Herausforderungen in einem hochgelegenen Wachstumsgebiet
Das Demonstrationsprojekt wurde bei zwei Rosenanbaubetrieben im kenianischen Naivasha implementiert: Maridiadi Flowers und Kreative Roses. Da sich diese Anbauer in einem hochgelegenen Anbaugebiet befinden, kämpfen sie gegen feuchte Bedingungen im Gewächshaus an, insbesondere in den frühen Morgenstunden und in der Regenzeit. Infolgedessen haben sie es mit hohen Infektionsniveaus durch z. B. Mehltau und hohen Ernteeinbußen zu tun. Durch den Einsatz der Klimaschirme hoffen beide Anbauer dies verbessern zu können. Sie meinen auch, dass sich dies positiv auf die Farbe der Rosen und das Wachstum auswirken wird, also auf die Länge und Stärke der Stiele und die Anzahl von Stielen pro Quadratmeter.

Beweglicher lichtstreuender Schattierungsschirm
Für beide plastikbedachten Gewächshäuser wurde von Ludvig Svensson, dem Weltmarktführer bei Klimaschirmen, ein weißer HARMONY Schirm mit offener Struktur für erhöhte Lichtstreuung und Schattierung geliefert. Hugo Plaisier, Seniorberater von Svensson, kommentiert: „Unsere Schirme werden in aller Welt zur Verbesserung des Wachstumsklimas in Gewächshäusern eingesetzt. Durch die richtige Auswahl und Nutzung des Schirms werden Licht, Feuchtigkeit und Temperatur optimiert. Für diesen Versuch wählten wir einen 30 % schattierenden Schirm mit einer offenen Struktur für den hinreichenden Luftaustausch aus. Mit der Verwendung eines beweglichen Systems können die Anbauer nach Bedarf schattieren, was übermäßiges Schattieren und folglich Produktionsrückgänge verhindert. Nachts kann der Schirm die Pflanzentemperatur etwas höher halten, was Situationen mit feuchten Blättern drastisch verringert.”

Automatisiertes Klimamanagement
In beiden Gewächshäusern ist der Schirm mit einem Prozeßrechner verbunden, der alle Parameter des Gewächshausklimas, der Bewässerung und Schirmung registriert und verwaltet. Der Hoogendoorn iSii Prozeßrechner, im Einsatz bei Maridadi Flowers und installiert durch den Partner Bosman van Zaal, bezieht die örtliche Wettervorhersage ein. Basierend auf den Wetterdaten und Klimamessungen im Gewächshaus wird der Schirm (teilweise) geöffnet und geschlossen und werden die Bewässerungszyklen an die Bedürfnisse der Pflanzen angepasst. Hoogendoorn-Partner Bosman Van Zaal bietet Unterstützung vor Ort, einschließlich Beratung, Installation und Wartung.

Erwartete Ergebnisse
Im Laufe des Jahres 2014 und des Beginns von 2015 werden von dem Green Farming Konsortium alle Ergebnisse gesammelt, verarbeitet und mit dem Gartenbausektor in Ostafrika geteilt. „Mit diesem Demonstrationsprojekt erwarten wir einen Anstieg der Produktion und Qualität um 20 % bei geringerem Wasser- und Pestizideinsatz pro Stiel. Die ersten Ergebnisse sind schon vielversprechend“, kommentiert Hugo Plaisier. Diese positiven Ergebnisse werden von Bas Smit, dem geschäftsführenden Direktor von Kreative Roses, bestätigt: „Der einziehbare Schirm bewirkte eine Verringerung der Entwässerung um ca. 70 %, und den Pflanzen scheint es viel besser zu gehen. Die Qualität hat sich ebenfalls stark verbessert.”

Einführung auch bei Gemüse
Die Verwendung von Klimaschirmen nutzt nicht nur Blumen, sondern auch Gemüse. Der Anbau von Gemüse in Gewächshäusern bietet gute Möglichkeiten für Ernährungssicherheit und Lebensmittelsicherheitsbedingungen. Schirmsysteme tragen zur Produktionserhöhung, Wasserverwendungseffizienz und Qualität bei, indem sie das Wachstumsklima der Pflanzen begünstigen. Hugo Plaisier: „Der Gemüseanbau ist stark von der Temperatur abhängig. Unsere Schirme helfen dies zu optimieren; außerdem schützen sie die Pflanzen vor Sonnenbrand und Wasserstress.”

Offizielle Eröffnung
Am 20. Januar wurde das Projekt bei einem Seminar bei Kreative Roses (Kordes) offiziell eröffnet. Gastredner Jane Ngige, CEO des Kenyan Flower Council, dachte über aktuelle Entwicklungen im Gartenbau und die Auswirkungen der vorgeführten Technologie für die Branche nach. Harm Maters, Vorsitzender von Green Farming, und Mitarbeiter von Svensson und Hoogendoorn präsentierten die Ergebnisse der verwirklichten Projekte. Dem Seminar wohnten mehrere Vertreter öffentlicher Stellen bei, unter ihnen Marnix Sanders, mit Landwirtschaft beauftragter Assistent der niederländischen Botschaft in Kenia.

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