Veröffentlicht 23.07.2015

Energiekosten veranlassen Anbauer zu Anbaumethoden der Zukunft zu greifen

Im 2012 begann Anbauer Dick van Noord die Produktion in einem neuen Gewächshaus. Es wurde gemäß den Prinzipien der Anbaumethoden der Zukunft entworfen, gebaut und ausgestattet. Die Vorteile waren nicht unmittelbar offensichtlich. Eine nähere Untersuchung der Gewächse mit Wärmebildtechnik erbrachte Resultate.

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Dick van Noord (links) spricht mit Hugo Plaisier: „Ich würde gerne mein altes Gewächshaus für die Anbaumethoden der Zukunft konvertieren und dabei auch Energie sparen.“ Aber die Gegebenheiten machen dies derzeit unmöglich.

In der niederländischen Provinz Seeland baut Dick van Noord in zwei Gewächshäusern Cocktail-Strauchtomaten der Varietät Brisco an. Die Anbaufläche des ersten Gewächshauses beträgt 3,7 Hektar. Die des zweiten, 2012 gebauten Gewächshauses beträgt 4,7 Hektar. Es wurde gemäß den Prinzipien der Anbaumethoden der Zukunft ausgestattet. Der Anbauer verwendet zwei transparente Klimaschirme, Polycarbonatverkleidungen und verfügt über zwei Entfeuchtungsaggregate in der Wand. Das Gewächshaus ist 7 m hoch.

Er entschied sich insbesondere aus Energiesparerwägungen für die Anbaumethoden der Zukunft. „Unabhängig von den aktuellen Preisen stellen die Energiekosten einen besonders großen Anteil der Selbstkosten dar. Wenn man den Anteil der Energiekosten reduzieren kann, zahlt sich das langfristig immer aus.“

Ein zusätzlicher Schalter

Die Anbaumethode im neuen Gewächshaus war ein Lernprozess, sagt der Anbauer. „Es ist ein zusätzlicher Schalter zu betätigen, und zwar zur Entfeuchtung. Im alten Gewächshaus habe ich den Klimaschirm geöffnet, um übermäßige Feuchtigkeit zu beseitigen. Hier im neuen Gewächshaus muss das Entfeuchtungsaggregat härter arbeiten, wenn ein Übermaß an Feuchtigkeit vorliegt.“

Und der Umgang mit den Leuchten erfordert auch ein ganz neues Denken. „Wenn es zu wenig Tageslicht gibt, z.B. an einem bewölkten oder regnerischen Tag, musste ich im alten Gewächshaus den Klimaschirm offen halten. Im neuen Gewächshaus habe ich die Wahl. Ich kann den Klimaschirm selbst an einem dunklen Tag geschlossen halten. Dann verliere ich vielleicht Licht, das ich aber mit den Energieeinsparungen wieder verdiene.“

Unregelmäßiges Klima

Die Vorteile der Anbaumethoden der Zukunft waren im neuen Gewächshaus nicht unmittelbar offensichtlich. Die horizontale Wärmeverteilung war gut, aber vertikal variierte diese stark. Es zog am Fuß der Gewächse; hier fühlte die Luft sich viel kälter an als oben an den Gewächsen. „Etwas stimmte nicht,“ sagt Van Noord. „Ich begann, selbst einige Untersuchungen anzustellen. Ich wollte eine Lösung finden, indem ich einfach einiges ausprobierte.“

Der Tomatenanbauer stellte die Temperatur der einströmenden Luft etwas höher ein als die im Gewächshaus erforderliche Temperatur. Das half etwas: die Tomaten waren in Ordnung, aber die Pflanzenspitzen wuchsen nicht richtig. Und die Früchte reiften langsamer als gewöhnlich. Der Zug am Fuß der Pflanzen war immer noch da.

Offenbarung der Wärmeverteilung

Energy-costs-drive-grower-to-Next-Generation-Growing-2Schließlich befragte Van Noord den Tomatenanbauberater von DLV Plant, Arjan Vijverberg, zu diesem Problem. Vijverberg beschloss, die Ursache mit einer Wärmebildkamera aufzuspüren. Diese misst die Wärmeverteilung im Gewächshaus und den Gewächsen anhand der Infrarotstrahlung und kann auch Lecks in der Isolierung aufspüren.

Die Kamerabilder zeigten eine Ungleichmäßigkeit der vertikalen Temperaturverteilung an den Gewächsen auf. Die Blätter an der Spitze waren wärmer als die Stämme und die Früchte hingen tiefer nach unten. Die Stämme waren kälter als die Blätter in der oberen Luftschicht und wärmer als die Früchte. Die Früchte waren am kältesten.

Scharf im Brennpunkt

Van Noord gelang es daraufhin, das gewünschte Klima zu erzeugen, indem er 1,5 ºC wärmere Luft durch die Schläuche am Boden ausblies und die Wachstumsschienen intensiver zu nutzen. So sorgte er dafür, dass alle Pflanzen die gewünschte und erforderliche Wärme bekamen, auch die Spitzen der Gewächse.

Die Wärmebildkamera zeigte dies sehr deutlich, sagt Arjan Vijverberg, der den Anbauer bezüglich der Anbaumethoden für die Zukunft im neuen Gewächshaus beriet. „Eine Pflanze passt sich ununterbrochen ihrer Umgebung an. Die mit der Kamera erhaltenen Infrarotbilder zeigen viel besser als Messungen mit Sensoren, was genau passiert. Die Bilder zeigen ganz deutlich den Temperaturunterschied. Es war einfach zu sehen, dass die Früchte kälter blieben. Das verursachte die langsame Reifung.“ DLV Plant verwendet seine Kamera hauptsächlich für die eigene Forschung. Vijverberg: „Hin und wieder nehmen wir die Kamera mit zu Kunden, sodass wir die Wärmeverteilung visualisieren und eventuelle Lecks aufspüren können.

Zurückverdienen der Investition

Van Noord ist mit der gefunden Lösung zufrieden. „Wenn Sie sich entscheiden, in die Anbaumethoden der Zukunft einzusteigen, müssen Sie eine Gasverbrauchreduktion von neun Kubikmetern pro Meter pro Jahr anstreben. Selbstverständlich möchten Sie die erforderliche Investition zurückverdienen.“

Energy-costs-drive-grower-to-next-generation-growingEssentiell im neuen Gewächshaus ist der doppelte bewegliche Luxous 1347 FR Klimaschirm. Er ist komplett transparent und laut dem Anbauer sowie laut Hugo Plaisier, vom Lieferanten Svensson, ist er besonders kompakt und lässt sich einfach zu einem Paket falten. Er fängt dann nur wenig Licht ab. „Über zwei Klimaschirme zu verfügen schafft mehr Möglichkeiten, mit Licht und Klima zu spielen, als mit einem einzelnen Klimaschirm.“ Der Schirm ist nicht diffus, so bekomme ich früh morgens und abends, wenn die Sonne tief steht, viel Licht. „Die Lichtdurchlässigkeit ist maximal und das ist natürlich sehr interessant,“ fügt Plaisier hinzu.

Einfache Konversion zu NGG

Der Tomatenanbauer würde eine relativ einfache Methode zur Konversion seines alten Gewächshauses sehr begrüßen, so dass er es für die Anbaumethoden der Zukunft aufrüsten kann. „Die Banken stellen derzeit keine Kreditlinien bereit, da am Markt noch viel Unklarheit besteht. Wir müssen jedoch weiterhin innovieren. Deshalb freue ich mich auf die Aussicht, mein altes Gewächshaus zu einem konkurrenzfähigen Preis für die Anbaumethoden der Zukunft zu konvertieren. Aufgrund der Energieeinsparungen wäre dies sehr interessant.”

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