Veröffentlicht 23.07.2018

FoodStars Entwicklungszentrum für den Unterglasanbau

Die Niederlande bekommen ein Entwicklungszentrum für den Unterglasanbau. Start-up-Beschleuniger FoodStars hat die Aufgabe übernommen, innovative Produkte und Dienstleistungen an renommierte, im Unterglasanbau tätige Unternehmen zu koppeln und Kreditgeber zu finden.

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Der niederländische Unterglasanbau ist einer der wertvollsten Stützpfeiler der niederländischen Wirtschaft. Nach Amerika sind wir der größte Produzent und Exporteur von Gartenbauprodukten. Es gibt jedoch ine kleine Unvollkommenheit: dem Unterglasanbau fehlt eine Art von ‚Silicon Valley‘. Dieses Kenntnisregion zwischen San Francisco und San Jose ist eine Welt, in der alles im Bereich der innovativen Start-ups zusammenkommt, was auch als ein Ökosystem bezeichnet wird (siehe Rahmen). World Startup Factory (WSF) und Truvalu.startups haben diesen Mangel erkannt. Die beiden Organisationen aus Den Haag starteten daher Ende vergangenen Jahres das Beschleunigungsprogramm FoodStars, mit Svensson als einem der größten Partner. „Für einen zukunftsträchtigen Gartenbausektor benötigt man Start-ups, die den zurückhaltenden Unternehmern auf innovative Produkte und Dienstleistungen aufmerksam macht. Beide brauchen einander“, stellt Milah Wouters, Programmmanager von FoodStars fest. Gemeinsam mit Maaike Veen von Truvalu is Wouters inzwischen seit einigen Monaten damit beschäftigt. Veen ergänzt: „Man sollte nicht vergessen, dass in den nächsten Jahrzehnten immer mehr Menschen, vor allem in städtischen Ballungszentren, ernährt werden müssen, denn die Entwicklungen gehen dahin, dass immer mehr Menschen in Städten wohnen und arbeiten. Neue nachhaltige und sichere, wirkungsvolle Anbaumethoden spielen dabei eine wichtige Rolle.“

Maarten Oostenbrink, Geschäftsführer von Svensson, ist einer der Initiatoren von FoodStars. Er kennt einen der Eigentümer von WSF. „Er bat mich, Mentor zweier Start-ups zu werden, einer dieser Start-ups kam aus Indien. Das war meine erste Erfahrung in einer für mich ganz neuen Welt. Nachdem ich in den vergangenen Jahren in den Niederlanden vergeblich nach Start-ups gesucht hatte, kam die Idee für eine Plattform auf, um auf internationaler Ebene Innovationen zu suchen, die im Unterglasanbau anwendbar sind. Das war der Startpunkt für FoodStars. Wir suchen neue Ideen und Chancen und möchten in Start-ups investieren. Ich hoffe, dass wir Initiativen und Menschen mit guten Ideen finden, die einen Beitrag zur Ernährung der Städte weltweit leisten können. Wenn wir diese Ideen und Start-ups in die Niederlande bringen können, ist das eine Win-Win-Situation für alle.“

Bootcamp und Schnellkochtopf

Die Tätigkeiten von FoodStars bestehen unter anderem aus dem Scouten wirkungsvoller Produkte und Dienstleistungen, sodass man diese, wenn sie im Ausland angesiedelt sind, in die Niederlande bringen kann. „Über unsere Netzwerke suchen wir weltweit“, sagt Wouters. „Man muss unsere Arbeit als die Herstellung von Verbindungen zwischen all den Akteuren sehen, die letztendlich das Ökosystem bauen. Unser Ziel ist es, Partnerschaften und Kooperationen abzuschließen, um die Start-ups im Endeffekt in eine Scale-up-Phase zu befördern und dafür zu sorgen, dass sie mit ihren innovativen Ideen die Unternehmer im Gartenbau inspirieren.“ Veen und Wouters realisieren, dass der Weg zu einem Ökosystem wie Silicon Valley noch lang und mühselig ist. „Dennoch haben wir begonnen“, sagt Wouters entschieden. „Mit endlosen Besprechungen haben wir nicht viel am Hut. Ganz im Sinne dessen, was in Amerika passiert, ist am 3. April 2018 der Startschuss für unser Bootcamp, mit ca. zwanzig Start-ups aus dem In- und Ausland. Es handelt sich dabei um Unternehmen, die bereits seit einiger Zeit aktiv sind. Sie haben inzwischen ein Produkt oder eine Dienstleistung, die sich als interessant erwiesen hat, und betreiben bereits Geschäfte. Nach den ersten zwei Wochen in denen die Start-ups hier in Den Haag bei The New Farm in einer Art ‚Schnellkochtopf‘ gearbeitet haben, bleiben noch acht bis zwölf Unternehmen übrig. Ende September werden die Endergebnisse präsentiert. Der nächste Schritt besteht darin, diese Unternehmen mit einem passenden Partner in Verbindung zu bringen, sodass beide sich weiterentwickeln können. Es bietet letztendlich Investitionsgelegenheiten, von denen es zurzeit zu wenige gibt. Auf diese Art und Weise bauen wir auf lange Sicht ein Start-up-Ökosystem, das zum Image der Niederlande als eine weltweite Gartenanbaunation passt.“

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Lektion Silicon Valley für Dummies

Silicon Vally ist eine Brutstätte für Innovatoren. Die Stärke der Region besteht darin, dass dort bereits seit Jahrzehnten eine besondere Wechselwirkung zwischen institutionellen und kulturellen Faktoren besteht. Die Entstehungsgeschichte führt auf 1939 zurück, als zwei Studenten in einer Garage einen Audiooszillografen entwickelten. Das führte zur Gründung von Hewlett-Packard (HP). Abgesehen vom Zugriff auf Talente von den besten Universitäten der Welt (Standford - mit einem Abonnement auf den Nobelpreis, Berkely), viel Kapital in Form harter Dollar von Risikokapitalgebern, Business Angels und smart Money - Kapitalgeber, die ihre Netzwerke anbieten - sowie einer proaktiven Regierung, verfügt Silicon Valley über eine hervorragend funktionierende Unterstützungsstruktur von Juristen und Rechtsanwälten, die Start-ups helfen, ihr Unternehmen zu gründen. Der kulturelle Aspekt besteht in Offenheit, Austausch, Denken in großen Dimensionen und absolut keiner 9-to-5-Mentalität. Und nicht zu vergessen: man darf scheitern!


 

 

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