Veröffentlicht 30.09.2014

Erste Ergebnisse High Tech Greenhouse 2020: 20% Energieeinsparung

Im November 2013 startete die erste Versuchsphase beimTomatenzüchter Fresh Valley im niederländischen Maasbree, mit einem Teil vom High Tech Greenhouse 2020. Zielsetzung: Energieeinsparung in bestehenden Gewächshäusern. Im Gewächshaus wird eine innovative Technik angewendet, die zwei Energieschirmarten mit Luftentfeuchtung und vertikaler Belüftung kombiniert. Mittlerweile sind die ersten Ergebnisse bekannt; von Januar bis Mai 2014 wurde im Vergleich zum Referenzgewächshaus 20% Energie eingespart.

Bei der neuen Entwicklung, die in Fresh Valley getestet wird, handelt es sich um den Ventilation Jet. Dieses System besteht aus zwei übereinander gelagerten Ventilatoren, die die trockene, kalte Luft aus dem oberen Bereich des Gewächshauses über eine Öffnung in den Energieschirmen in die Räumlichkeit bringt, in denen sich die Tomatenpflanzen befinden. Der Einblasventilator befindet sich über dem Schirm, der Verteilventilator hängt darunter und verteilt die Frischluft horizontal und vertikal im Gewächshaus, um zu vermeiden, dass es stellenweise zu kalt ist. Im Anzuchtraum vermischt sich die kalte Luft mit der wärmeren Luft. Da kalte Luft trockener ist als feuchte Luft, „verdrängt“ diese die Feuchtigkeit aus dem Gewächshaus. Das Entfeuchten des Gewächshauses ist notwendig, um die Gefahr einer Schimmelbildung wie z.B. Botrytis zu verringern. Dank der vertikalen Belüftung wird die Wärme der Assimilationslampen auch zu den Tomaten transportiert, wodurch eine zusätzliche Beheizung fast nicht mehr nötig ist.

Höhere Ausbeute bei hohen Gewächshäusern
„Wir sprechen hier von der beleuchteten Tomatenzucht“, sagt Fachberater Ton Habraken. „Damit sind strenge Umweltvorschriften verbunden. Weil in der Nacht kein Lichtstrahl nach außen dringen darf, verwenden wir einen Energieschirm, der die Lichtemission verhindert. Der Obscura sorgt für vollständige Verdunkelung. Tagsüber ist ein Lichtverlust jedoch nicht erwünscht, also haben wir einen zweiten Schirm installiert. Der Luxous ist ein transparentes, isolierendes Tuch, das ein Maximum an natürlichem Licht durchlässt.“ In dem Versuchsgewächshaus wurden beide Schirme auf demselben Drahtbett installiert. Das ist laut Marcel Raaphorst, Forscher des Universitäts- und Forschungszentrum Wageningen (Wageningen UR Glastuinbouw), ziemlich außergewöhnlich: „Das wurde in Fresh Valley so gemacht, weil dieser Versuchsort relativ niedrig ist. Bei einem höheren Gewächshaus werden die Schirme auf zwei Drahtbetten gespannt. Erwartungsgemäß kann man damit eine noch höhere Ausbeute erzielen.“ Die Vorteile des Ventilation Jet sind die niedrigen Investitionskosten, der niedrige Energieverbrauch und die Anwendbarkeit in bestehenden Gewächshäusern.

Schont nicht nur die Umwelt sondern auch den Geldbeutel
Die ersten Ergebnisse sind mittlerweile bekannt; von Januar bis Mai 2014 wurde mit dem Ventilation Jet-System im Vergleich zum Referenzgewächshaus 20% Energie eingespart. Die meiste Energie wurde in den Nachtstunden eingespart, als die Assimilationslampen eingeschaltet und der Schirm geschlossen war. Der größte Gewinn wurde in den kalten Monaten erzielt. Im Februar wurde eine Einsparung von 33% erreicht. In einigen Wochen beginnt eine neue Tomatenanzuchtperiode. Der Versuchszeitraum, an dem Svensson teilnimmt, läuft noch bis März 2015.

Das Forschungsprogramm High Tech Greenhouse 2020, finanziell mitunterstützt durch das Interreg IV-Programm des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung, startete Ende 2012. Es geht um eine Zusammenarbeit von achtzehn Unternehmen und Wissenseinrichtungen, um neue Techniken aufeinander abzustimmen mit dem Ziel, Wasser, Energie und Düngemittel einzusparen. Der Ventilation Jet ist eine gemeinsame Entwicklung der Projektpartner Hint Installatietechniek, Vostermans Ventilations, Svensson, WUR Glastuinbouw und Hoogendoorn Growth Management.

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